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Das Osterfest des Unschuldigen, der rettet

29/3/2018

 
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BRIEF DER EINHEIT - 2018

“Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen” 1 Petr 3, 18.
Liebe Brüder und Schwestern,
mit dem Osterfest beginnt das Gericht über die Welt (Joh 12, 31), über das Leben, über den Menschen, über Gott, und wir müssen von einer klaren und offensichtlichen Feststellung ausgehen: dass wir uns leicht mit den Opfern identifizieren, weil wir uns in der Tat neben ihnen befinden, aber keiner von uns bekennt sich zum Verbrecher, der wir ebenfalls sind oder den wir in uns tragen oder der sich heimlich hinter unzähligen unserer alltäglichen Handlungen versteckt, die ihn verraten, ohne ihn jedoch zu verurteilen. Wir sind nicht unschuldig! Alle haben wir unsere Schuldigkeit erfahren, sind uns bewusst, dass unser Leben in einer seiner ersten Wegkrümmungen seine Unschuld verloren hat. Wir sind Grenzüberschreiter, sogar der Unschuldigste unter uns neigt dazu, Rätsel zu enthüllen und wird von ihnen angelockt, bis hin zu dem Punkt, dass er sich in die dunkelsten Welten vorwagt, dass er aus purer Neugier oder für eine Erfahrung aus erster Hand in sie eindringt, oder um zu entdecken, was von uns unbedingt als angebliche Verheissung von Freiheit und Glück entdeckt werden will, die wir so sehr ersehnen.
Wir sind nicht unschuldig, aber fühlen wir uns schuldig? In einer Welt ohne Schuld und Entschuldigung ist es beinahe unmöglich, sich schuldig zu erklären, es spräche gegen uns, würde alarmieren. Wenn wir nicht tatsächlich abscheuliche Verbrechen und Grausamkeiten begangen haben, müssen wir dankbar sein, dass unser Leben nicht von Händen gelenkt wurde, die uns dazu hätten bringen können. Wir wissen nicht, was aus uns hätte werden können in denselben Lebensumständen so vieler Verbrecher.
Wie dem auch sei, wir teilen das Schicksal jedes Menschen, und in dieser Spezies bewegen wir uns und mit ihr identifizieren wir uns. Dieses Geschöpf der Hoffnung, das wir sind, bittet um Erbarmen bzw. um die Verteidigung, die es weder sich selbst geben kann, noch den anderen, wenn es seine Schuld auf sich nimmt oder für schuldig erklärt wird.
Der Gott des Alten Testaments nimmt die Schuld des Volkes auf sich (Ex 34, 6-7). Er ist der Gott “reich an Erbarmen” (Eph 2, 4-9), der die Schuld vergibt und seine Verheissung aufrecht erhält, denn er ist unschuldig und nur der Unschuldige hat die Macht zu vergeben. Diese Unschuld wird sich im Sohn offenbaren, der Unschuldige, der die Last des Schuldigen auf sich nimmt (Joh 19, 17), der auf sich nimmt, was er selbst nicht ist, lässt sich zum Tode verurteilen, um den Kampf auszutragen, der uns zugestanden wäre. Schuldig! Er ist in den Fluss der Sünder getreten, und ab der Taufe ist er Teil der Schicksalsgemeinschaft der Menschen geworden, die im Todesurteil ihre Vollendung findet, in der Bluttaufe, an unserer Statt, indem er an unsere Stelle tritt, für uns handelt und sich unserer Sünden annimmt in der Bitte um Vergebung vor dem Vater (Lk 23, 34). In Ihm wurden wir versöhnt. “Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung anvertraute” (2 Kor 5, 19).
Das ist das Übermass der Liebe Gottes, die sich in Jesus Christus geoffenbart hat und die eine grenzenlose Macht haben wird, um das Böse, die Schuld, den Hass, die Distanz zu besiegen . Er übernimmt unsere schuldige Existenz, die der Sünder, und tritt an unsere Stelle, indem er uns nicht nur ersetzt, sondern uns auch vor dem Vater vertritt bis hin zu einer letzten und endgültigen Wiederherstellung, die eine vollkommene Erneuerung mit sich bringen wird (Offb 21, 5).
Und an welchen Schuldigen richtet sich diese vollkommene und wiederherstellende Liebe, diese Gnade der Versöhnung? Nicht an irgendeinen Schuldigen, sondern an den Schuldigen, der Reue empfindet. Dies ist unser unwiderrufliche Anteil, die Aufgabe durch die Gabe, diese kostbarste Gnade, diese völlig freie, wertvollste Antwort. Dass wir Reue empfinden für das viele Böse aufgrund des unermesslichen Guten, das wir empfangen haben, bis hin zu dem Tag, an dem wir von Seiten des Unschuldigen sein letztes Urteil über uns hören werden: Unschuldig (Lk 23, 43).
Wir wurden durch die Kraft eines Lammes von der Sünde, vom Tod und vom Bösen befreit, und diese paradoxe Realität des christlichen Weges ist die strahlendste und gleichzeitig die schockierendste Wahrheit, weil sie die vollkommene Schwachheit, die Gewaltlosigkeit, die Ohn-Macht als wahre Macht darstellt, die die Kraft des Bösen sprengt.  Der Leidensweg Christi öffnet einen neuen Pfad der Beziehung zwischen Mensch und Gott und zwischen uns als Söhnen und Töchtern sowie Geschwistern untereinander: der Unschuldige sucht den Schuldigen, um ihn zu retten, der Unschuldige wendet keine Gewalt an, um den Schuldigen von seinem Irrweg abzubringen, sondern provoziert durch eine Liebe im Übermass, die den schwindelerregenden Lauf des Bösen zu einem Stillstand bringen soll. So dass der Schuldige erkennen möge: “Wahrhaftig, das war Gottes Sohn” (Mt 27, 54).
Wir wurden im Blut des Unschuldigen gewaschen (1 Joh 1, 7), und seit diesem Moment ist das Martyrium der radikalste Weg der Nachfolge Jesu, und damit auch der Weg der Kirche. Ihm nachzufolgen, wird den Menschen dahin führen, in schmerzende Fussstapfen zu treten, die jedoch zum Ostermorgen führen werden, in die Gegenwart des Auferstandenen. 
Herr Jesus, stelle Dich vor uns mit der ganzen Unschuld Deines Lebens und offenbare uns die Wahrheit von uns selbst, unseren Neid gleich dem von Kain, unsere geduldeten Distanzen, unsere Unterlassungssünden, weil wir den Blick abwenden. Reinige, Herr der Barmherzigkeit, unser Herz und gib ihm das Licht dieser Gnade der Versöhnung “zu der es berufen ist”. Reisse allen Hass und all